Das Ende der DEFA

Mit dem Tag der Währungsunion, dem 01.07.1990, musste sich der VEB DEFA-Studio für Spielfilme in die Kapitalgesellschaft “DEFA-Spielfilme GmbH i. A.” wandeln. Sie gehörte per Treuhandgesetz vom 17.06.1990 der Treuhandanstalt, die das Eigentum der DDR an private Unternehmer verkaufen sollte.

Im Dezember 1989 gründete sich bereits eine “Arbeitsgruppe Strukturkonzept”. Ihr gehörten die Studioleitung, Gewerkschafter und Vertreter aller Fachsparten an. Man entwickelte das Modell einer Holding mit selbständigen Tochtergesellschaften wie z.B. die DEFA-Kopierwerk GmbH oder die DEFA-Filmstadttour-GmbH. Angedacht war zudem die Vermietung der Ateliers und die Ansiedlung von Fernsehfirmen auf dem Gelände geplant. Man rechnete mit den künftigen Ländern sowie öffentlich-rechtlichen und privaten Fernsehanstalten als Eigentümer bzw. Auftraggeber.

Als wertwollen Grundbesitz betonte man die hochspezialisierten Mitarbeiter. Die Hälfte des beschäftigten filmischen Fachpersonals wurde allerdings zum Jahresende im Zuge der ersten großen Kündigungswelle entlassen. Der französische Konzern CGE erwarb 1992 schließlich die DEFA und garantierte den verbliebenen Mitarbeitern zwar die Anstellung bis 1994, doch blieben die Menschen trotz Bezahlung überwiegend nicht beschäftigt. Gegen die Massenkündigungen gab es kaum Proteste, sondern man nahm sie als unabwendbares Schicksal hin.

Nachrichten über den Verkauf des Filmerbes an westdeutsche Filmhändler begegneten die Filmleute mit Empörung. Um die filmische Hinterlassenschaft der DEFA zu sichern und zu schützen, begannen die Vorbereitungen zur Errichtung einer DEFA-Stiftung, die heute den Nachlass der DEFA verwaltet.