Gründung der DEFA

Großes Interesse aus allen Zonen an den ersten filmischen Aktivitäten, viele Nachfragen prominenter Filmleute und finanzielle Erwägungen machten die baldige Gründung der Filmfirma in der sowjetischen Besatzungszone dringend. Anlässlich der Vorführung der ersten Wochenschau einigte man sich in einem Gespräch auf den endgültigen Status der Gesellschaft. Am Ende der Diskussion stand der Name “Deutsche Film AG” fest, wie auch das künftige, von Hans Klering entworfene Firmenzeichen: schwarzes “DE” auf dreimal perforiertem weißen Filmgrund und weißes “FA” auf schwarzem Grund. Noch vor der eigentlichen Gründung fiel am 04.05.1946 die Klappe für erste Einstellungen des ersten deutschen Nachkriegsfilms: “Die Mörder sind unter uns” (Regie Wolfgang Staudte).

Am 17.05.1946 übergab der Beauftragte der sowjetischen Militärbehörden, Oberst Tulpanow, auf der Gründungsfeier in den ehemaligen Althoff-Ateliers dem Filmaktiv die Lizenz zur Herstellung von Filmen aller Art. Die Deutsche Film AG, kurz DEFA genannt, war damit die erste Filmproduktion in Deutschland, die nach dem Kriege ihre Tätigkeit aufnahm. Das Monopol für den Filmverleih hatte jedoch weiterhin die sowjetische Verleihorganisation Sujusintorgkino (später Sovexport).

von links nach rechts:
Sergej Tulpanow, Hans Klering, Alfred Lindemann, Willy Schiller, Karl Hans Bergmann, Kurt Maetzig

Es folgte die Auflösung des Filmaktivs, dessen Mitglieder jetzt, mit Ausnahme von Adolf Fischer, die Leitung des Unternehmens übernahmen. Folgende Zuständigkeiten ergaben sich daraus:

– Gesamtleitung und Produktionschef  –>  Alfred Lindemann
– Künstlerische Leitung  –>  Hans Klering
– Wirtschafts- und Personalabteilung  –>  Karl Hans Bergmann
– Leitung der Wochenschau und Regisseur  –>  Kurt Maetzig
– Chefarchitekt  –>  Willy Schiller

Adolf Fischer wirkte als Produktionsleiter, und zum künstlerischen Beirat wurde Slatan Dudow ernannt.