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Herbert Köfer

Herbert Köfer

* 17.02.1921, Berlin

Fotos

Biographie

Besuch der Schauspielschule des Deutschen Theaters Berlin, Debüt 1940 in Brieg (Schlesien), dann Soldat im 2. Weltkrieg, ab 1945 Tätigkeit an Berliner Bühnen (Neues Berliner Künstlertheater, Tribüne, Volksbühne, Deutsches Theater), an Kabaretts und beim Funk. Köfer spielt ab 1951 auch im DEFA-Film, er avanciert nur ein Jahr später zu einem der Fernsehpioniere des DFF. Hier ist er der erste Nachrichtensprecher, er produziert und moderiert zahlreiche Unterhaltungsprogramme, bildet mit Gerhard Wollner ein Komikerpaar, spielt in vielen frühen Lustspielen. Köfer entgeht der Gefahr, nur auf das Heitere festgelegt zu werden, indem er auch Aufgaben im dramatischen Bereich übernimmt. So spielt er mehrfach überzeugend Kriminalisten und zeigt sich in Klassikerverfilmungen. Höhepunkte seiner Gestaltungskunst bilden die Figur des bestialischen SS-Hauptsturmführers Kluttig in Frank Beyers Buchenwald-Film "Nackt unter Wölfen" (1962), der Gutsverwalter Studtmann in der Fallada-Verfilmung "Wolf unter Wölfen" (1964) oder der Werkmeister Barberino im Mehrteiler "Krupp und Krause" (1969), wofür Köfer im Kollektiv den Nationalpreis der DDR erhält. Später sind wieder Lustspiele und Schwänke sein Metier, ein großer Erfolg wird auch die Serie "Rentner haben niemals Zeit" (1978) an der Seite von Helga Göring. Köfer moderiert außerdem viele Jahre das Kinomagazin "Hauptfilm läuft" und die Erinnerungssendung "Das blaue Fenster", mehrfach wird er Fernsehliebling der Programmzeitschrift "FF dabei". Nachdem er auch die allerletzte Stunde des DFF in der Silvesternacht 1991/92 mitgestaltet, wendet sich Köfer verstärkt dem Boulevard-Theater zu, er übernimmt in den folgenden Jahren auch zahlreiche Serienrollen. Er ist zeitweilig mit der Schauspielerin Ute Boeden (u.a. "Akte Nora S.", TV 1980) verheiratet, sein Sohn Andreas Köfer ist Kameramann, Tochter Mirjam Köfer wird ebenfalls Schauspielerin. Nach zehn gemeinsamen Jahren heiratet Köfer im Jahre 2000 seine Lebensgefährtin, die Sängerin und Schauspielerin Heike Knochée, Witwe des Schauspielers Jörg Knochée.

(F.-B. Habel & Volker Wachter, "Das große Lexikon der DDR-Stars")

Filmographie (Auswahl)

Jahr

Filmtitel

Rolle

1951

Die Sonnenbrucks

Christian Föns

1955

Ein Polterabend

Rittmeister von Blötzow

1955

Das Stacheltier: Frisch Gesellen, seid zur Hand!

Herr Müller

1956

Der Teufelskreis

Theo Neubauer

1959

Reportage 57

Gast im Lokal "Zur Tonne"

1959

Ehesache Lorenz

Verkaufsstellenleiter

1959

Maibowle

Fernsehmonteur Käfer

1960

Schritt für Schritt

Direktor der Fachschule

1961

Der Traum des Hauptmann Loy

General Byrd

1962

Fernsehpitaval: Auf der Flucht erschossen (TV)

Selchow

1963

Nackt unter Wölfen

Hauptsturmführer Kluttig

1963

Reserviert für den Tod

Cellist

1963

Verliebt und vorbestraft

Jacko

1964

Lütt Matten und die weiße Muschel

Badegast

1964

Schwarzer Samt

Dr. Kosel

1964

Pension Boulanka

Colanta

1965

Der Reserveheld

Regisseur

1965

Wolf unter Wölfen (TV)

von Studmann

1965

Denk bloß nicht, ich heule

Herr Röhle

1966

Schatten über Notre Dame (TV)

Kommissar Rochambeaux

1966

Hände hoch oder ich schieße

Heuschnupf das Aas

1967

Hochzeitsnacht im Regen

Cheftrainer

1967

Frau Venus und ihr Teufel

Heinrich

1967

Der Mann aus Kanada (TV)

Hauptmann Kranz

1967

Ein Lord am Alexanderplatz

Kollege Lenz

1967

Kleiner Mann - was nun? (TV)

Kessler

1968

Treffpunkt Genf (TV)

Hauptmann Kranz

1968

Schüsse unterm Galgen

McCharles

1968

Hauptmann Florian von der Mühle

der Medicus

1969

Krupp und Krause (TV)

Meister Paul Barberino

1969

Projekt Aqua (TV)

Hauptmann Kranz

1969

Jungfer, Sie gefällt mir

Hauptmann

1969

Hans Beimler, Kamerad (TV)

Horst Urbanek

1970

Jeder stirbt für sich allein (TV)

hoher SS-Vorgesetzter

1971

KLK an PTX - Die Rote Kapelle

Gestapokommissar Schnabel

1972

Der Mann, der nach der Oma kam

Wilhelm Kotschmann

1973

Polizeiruf 110: Nachttresor (TV)

Schramm

1973

Eva und Adam (TV)

Willi Lienau

1974

Hans Röckle und der Teufel

Reichenbach

1974

Polizeiruf 110: Fehlrechnung (TV)

Hellwig

1974

... verdammt, ich bin erwachsen

Schuster Jubke

1975

Die schwarze Mühle (TV)

Minister

1976

Nelken in Aspik

Dietmar Freiherr von Fredersdorff-Lützenheim, Kraftfahrer und BGL-Vorsitzender

1978

Einer muß die Leiche sein

Dieter Gotthardt

1978

Rentner haben niemals Zeit (TV-Serie)

Paul Schmidt

1979

Maxe Baumann: Überraschung für Max (TV)

Hugo Krüger

1980

Der Baulöwe

Regisseur

1980

Aber Doktor! (TV)

Sepp

1981

Polizeiruf 110: Auftrag per Post (TV)

Herbert Siebert

1982

Geschichten übern Gartenzaun (TV-Serie)

Florian Timm

1983

Frühstück im Bett (TV)

Ernst Martin

1985

Polizeiruf 110: Ein Schritt zu weit (TV)

Martin Veltin

1985

Neues übern Gartenzaun (TV-Serie)

Florian Timm

1986

Neumanns Geschichten (TV-Serie)

Hans Neumann

1988

Danke für die Blumen (TV)

Opa Schneller

1994

Elbflorenz (TV-Serie)

Onkel Hubert

1995

Die Bratpfannenstory (TV)

Friedrich Riemer

1996

Der Millionär (TV)

Hermann Grothe

1997

Leinen los für MS Königstein (TV-Serie)

Wenzel Jendrich

1997

Pension Schöller (TV)

Schöller

1998

In aller Freundschaft (TV-Serie)

Anton

2001

Liebesau - Die andere Heimat (TV)

Opa Schönstein

2002

Unser Charly (TV-Serie), Ep. "Rufmord"

Johannes Tietze

2005

SOKO Wismar (TV-Serie), Ep. "Schöne Aussicht"

Dr. Alfons Meffert

2006

Unsere zehn Gebote (TV-Serie)

Opa Erwin Krüger

Fotos

"Rentner haben niemals Zeit" (TV-Serie, 1978) mit Helga Göring (Das war's - noch lange nicht!) Karte des Deutschen Fernsehfunks - Foto: Winkler

Literatur

Herbert Köfer
Das war's - noch lange nicht!
Erinnerungen, aufgezeichnet von Alex Wolf unter Mitarbeit von Ute Boeden
Ullstein, Frankfurt/Main Berlin 1995
ISBN 3-548-35507-2
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