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Giso Weißbach

Giso Weißbach

* 08.12.1940, Schlößchen (Erzgebirge)

Biographie

In der Laienspielgruppe des VEB Motorradwerke Zschopau kommt Giso Weißbach mit dem Theater in Berührung. Bevor er sein Schauspielstudium antreten kann, muss er zwei Jahre "freiwilligen" Dienst bei den Luftstreitkräften der NVA leisten. Die hier vertiefte Erziehung zu Ordnung, Disziplin und Fleiß schätzt er rückblickend als keine schlechte Sache, handelt es sich doch um vorteilhafte Eigenschaften fürs (Berufs-)Leben. 1962-65 besucht Giso die Staatliche Schauspielschule Berlin, wo er seine künstlerische Ausbildung erhält. Anschließend steht er für zwei Jahre am Landestheater Parchim unter Vertrag. Es folgen Engagements am Friedrich-Wolf-Theater Neustrelitz (1967-69) sowie am Nationaltheater Weimar (1969-71). Ab 1971 arbeitet er freischaffend mit Gastspielverpflichtungen an Bühnen in Magdeburg, Stendal, Chemnitz, Halberstadt.
Einen bravourösen Einstand vor der Fernsehkamera gibt er 1971 als Hauptdarsteller im abenteuerlichen Dreiteiler "Das Licht der schwarzen Kerze". Darin verkörpert er glaubhaft den deutschen Kundschafter Fred Laurenz, der in der afrikanischen Wüste von Verfolgern gejagt wird, nachdem ihm die Flucht aus einem spanischen Gefängnis in Rio de Oro gelang. Giso Weißbach besticht in dieser Rolle vor allem durch Ehrlichkeit, die den Regisseur Peter Hagen bei den Probeaufnahmen auch veranlasste, ihn zu besetzen. Bis 1990 kann man den Künstler regelmäßig in Kino- und TV-Produktionen erleben, darunter der DEFA-Krimi "Einer muß die Leiche sein", der Indianerfilm "Der Scout", der opulente Historienmehrteiler "Sachsens Glanz und Preußens Gloria", die Serien "Spuk im Hochhaus" und "Aerolina" sowie diverse Episoden des "Polizeiruf 110", besonders beeindruckend sein alternder Schlagerstar Rikki, der aus Geldnot zum Mörder mit der Maske wird. Wiederholt mimt er Playboys, darf mal der Gute, mal der Bösewicht sein. Parallel zur Schauspielerei ist Giso Weißbach ein beschäftigter Sänger, dessen Stimme bei zahlreichen Rundfunk- und CD-Aufnahmen zu hören ist. Die Texte der von ihm interpretierten Lieder schreibt er zum Teil selbst. Zudem übernimmt er Aufgaben als Moderator von Fernsehunterhaltungssendungen.
Auch der unerschütterliche Optimist Giso Weißbach hat es nach der Wende zunächst nicht leicht, in Gesamtdeutschland Fuß zu fassen. Wie für viele seiner Kollegen bedeutet sie für ihn einen Neustart. 1993 fängt er an der Komödie in Kassel an und bewährt sich in Boulevardstücken. Seitdem konzentriert er sich verstärkt auf seine Bühnentätigkeit, gastiert in verschiedenen Städten der Bundesrepublik und mitunter im Ausland. So sieht man den sympathischen Mimen u.a. an Häusern in Berlin, Magdeburg, Landgraf, Lübeck. 1997/98 tourt er mit dem Musical "Phantom der Oper" durch Deutschland und Österreich. Außerdem wirkt er erfolgreich in Freilichtproduktionen, so 1975/76 am Harzer Bergtheater Thale, ab 1999 für sieben Jahre am Naturtheater Greifensteine oder 2006 bei den Störtebeker Festspielen in Ralswiek auf der Insel Rügen. Daneben widmet er sich gelegentlich Angeboten von Film und Fernsehen, tritt mit heiteren musikalisch-literarischen Programmen auf und veranstaltet Lesungen aus seiner 2010 erschienenen Biographie "Weil ich ein Sonntagskind bin" im ganzen Land.

(Team Zutz - Quelle: Giso Weißbach, Weil ich ein Sonntagskind bin; Internetseite von Giso Weißbach)

Filmographie (Auswahl)

Jahr

Filmtitel

Rolle

1970

He, Du!

junger Lehrer

1972

Das Licht der schwarzen Kerze (TV)

Fred Laurenz

1973

Das unsichtbare Visier (TV)

Mitarbeiter des MfS

1974

Der Leutnant vom Schwanenkietz (TV)

Wachtmeister Endert

1976

Polizeiruf 110: Schwarze Ladung (TV)

Harald Röhl

1977

Trini

Jeronimo

1978

Einer muß die Leiche sein

Peter Bockisch

1978

Fleur Lafontaine (TV)

Arturo

1979

Spurensucher (TV)

Uwe Meinhart

1981

Feuerdrachen (TV)

Clifford

1983

Spuk im Hochhaus (TV-Serie)

Felix Funk

1983

Der Scout (DDR/Mongolei)

Leutnant Brooks

1983

Polizeiruf 110: Schnelles Geld (TV)

Leutnant Rommbach

1985

Sachsens Glanz und Preußens Gloria - Aus dem
Siebenjährigen Krieg (TV)

Leutnant von Miltitz

1987

Polizeiruf 110: Abschiedslied für Linda (TV)

Richard "Rikki" Donath

1988

Mensch, mein Papa...!

Chefkellner

1988

Präriejäger in Mexiko (TV)

Oberst Lamarel

1991

Aerolina (TV-Serie)

Gunter Eigenwillig

1995

Alles außer Mord! - Das Kuckucksei (TV)

Ralf Münch

1998

Gute Zeiten, schlechte Zeiten (TV-Serie)

Rudi Lehmann

1999

Nachtgestalten

Kellner

2002

Streit um drei (TV-Serie), Ep. "Infam"

Herbert Nieslony

2004

Inspektor Rolle: Herz in Not (TV)

Stefano Playa

2007

Das Wunder der Liebe (TV)

Gregori Athinios

Literatur

Giso Weißbach
Weil ich ein Sonntagskind bin
Aus dem Leben eines unerschütterlichen Optimisten

Das Neue Berlin, September 2010
ISBN: 978-3-360-01999-8

Link

Internetseite von Giso Weißbach
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