Inhalt:
Nach Kriegsende 1945 flüchtet die gräfliche Familie Holzendorf vor der vorrückenden Roten Armee aus Mecklenburg. Ihre Bediensteten lassen sie zurück. So auch den von der lebenslangen schweren Arbeit gezeichneten "krummen" Anton, einst Kutscher des Gutsherrn von Holzendorf. Anton heiratete vor Jahren die schöne Magd Marthe, als diese ein Kind - die Annegret - vom Grafen erwartete. Kurz vor dessen Flucht in den Westen erinnert ihn Anton nun an seine väterliche Pflicht und legt ihm ein Schriftstück vor, welches der Graf vor Geburt seines unehelichen Kindes unterschrieb. Mit dem Schein sichert er Annegret ein halbes Dutzend Bettbezüge und 5000 Mark zu, die sie am Tage ihrer Hochzeit bzw. an ihrem 30. Geburtstag erhalten soll. Anton, der damit nur das Beste für Annegrets Zukunft im Sinn hat, hütet das Papier fortan wie seinen Augapfel. Aber auch der ehemalige Gutsinspektor Bröker weiß von dem Schein, kennt seinen Inhalt. Statt wie vom Grafen beauftragt, in dessen Abwesenheit für das Familiengut zu sorgen, schafft Bröker aus Habgier das gräfliche Silber und Porzellan für eigene Zwecke außer Landes. Seinen Sohn Ekkehart will er mit Annegret verheiraten, schließlich könnte sie als uneheliche Tochter des Grafen gewisse Ansprüche geltend machen und wäre somit eine gute Partie. Das Mädchen ahnt von all dem nichts. Sie hat anderes im Sinn, denn ihr Herz schlägt für den Kriegsheimkehrer Klimm. Als sie von ihrer gräflichen Herkunft erfährt, verlässt sie enttäuscht das elterliche Haus. Der Inhalt des Scheines ist schnell im ganzen Dorf bekannt. Um den ständigen Anspielungen und dem Gerede zu entfliehen, geht Annegret schließlich in die Stadt. Klimm hält zu ihr und geht mit.
Inzwischen hat die Bodenreform Einzug gehalten, die ehemaligen Knechte, Mägde und Arbeiter bekamen ihr eigenes Stück Land, das sie seitdem als Bauern bewirtschaften und in welches sie ihre ganze Hoffnung und Kraft stecken. Für die Menschen bedeutet es einen neuen Anfang. Nach und nach schließen sich die ersten zur Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft zusammen. So können sie gemeinsam die neuen technischen Errungenschaften nutzen, die ihnen die Arbeit auf den Feldern erleichtern sollen. Auch sind junge Leute wie Klimm gefragt, die den Neuerungen gegenüber aufgeschlossen sind, die lernen und den Alten helfen, eine sichere und angenehmere Zukunft zu schaffen. Nur die Großbauern halten an ihrer ablehnenden Einstellung gegenüber dem neuen System fest. Anton tritt wieder als Knecht in ihren Dienst, lässt sich ausbeuten, denn seit Marthe von dem Schein erfuhr, will sie nichts mehr von ihm wissen. Nach abgeschlossenem Studium und der Geburt ihres Sohnes kehrt auch Annegret heim. Als Zootechnikerin stößt sie mit ihren Verbesserungsvorschlägen für die Viehhaltung zunächst auf Widerstand unter den erfahrenen Bauern. Trost und Rückhalt findet sie bei ihrer Familie. Um ihre Rückkehr aufs Gut vorzubereiten und die Großbauern gegen die neue Entwicklung weiter aufzuwiegeln, kommt eigens die Gräfin von Holzendorf aus dem Westen. Außerdem fordert sie das kompromittierende Schriftstück von Bröker - ohne Erfolg. Die Stimmen gegen die Zustände in der Republik werden immer lauter, führen am 17. Juni 1953 schließlich zum Aufstand. Bröker wird sogar zum Mörder, kann aber mit Antons Hilfe gefasst werden. Gehemmt, doch unaufhaltsam geht der Fortschritt weiter. Anton, der ohne Herren keine Bestimmung mehr hat, und merkt, dass auch sein Schein wertlos geworden ist, findet am Ende Verständnis bei seiner Familie und den LPG-Bauern, die ihn in ihre Mitte aufnehmen.
(Team Zutz)
|