Inhalt:
Berlin 1923 - Zeit der zunehmenden Inflation und Arbeitslosigkeit. Fahnenjunker a.D. Wolfgang "Wolf" Pagel und die ehemalige Schuhverkäuferin Petra Ledig, genannt "Peter", sind zwei unter Millionen. Ohne geregelte Beschäftigung leben sie von den ärmlichen Gewinnen aus Wolfs Glücksspiel. Am Tag ihrer geplanten Heirat sind sie völlig pleite. Petra macht Wolf auch jetzt keine Vorwürfe, trotz der Enttäuschung. Solange sie ihre Selbstachtung nicht verlieren und zusammen bleiben, ist alles gut. Wolf zieht wie gewohnt los, ein paar Sachen zu verpfänden. Ausgerechnet heute gelingt es ihm nicht, Geld aufzutreiben, weder beim "Onkel", noch bei seinem reichen Freund von Zecke, noch bei seiner Mutter, die schon seit Langem seinen Lebenswandel und Petra missbilligt und von der er sich im Streit trennt. Als er endlich viel Papiergeld in den Händen hält, vom Verkauf eines Gemäldes seines Vaters, ist es zu spät. Petra wurde der Wohnung verwiesen und halb verhungert und spärlich bekleidet von der Polizei aufgegriffen. Sie ist ins Gefängnis gekommen. Wolf kann ihr nicht helfen. Er betrinkt sich. Im Lokal trifft er auf seinen einstigen Vorgesetzten, Rittmeister von Prackwitz, sowie Herrn von Studmann, ebenfalls ein Bekannter aus Militärzeiten. Von Prackwitz ist nach Berlin gefahren, um Schnitter für sein Pachtgut Neulohe anzuwerben, von Studmann hat gerade seine Stellung als Hotelempfangschef verloren und geht nun als Verwalter mit auf des Rittmeisters Gut. Da auch Wolf Schiffbruch erlitten hat, tritt er auf Vorschlag von Prackwitz' als Aufseher in dessen Dienste.
Auf Neulohe gerät Wolf in eine Welt von Scheinwohlstand und -anstand, über die bald eine Katastrophe hereinbricht, hervorgerufen durch das eigene Narrentum der Bewohner sowie geheime, zum Scheitern verurteilte staatspolitische Verwicklungen. Rittmeister von Prackwitz hat alle Not, die horrende Pachtzahlung an seinen schlauen, niederträchtigen Schwiegervater, den Gutsbesitzer von Teschow, zu leisten. Nachdem ihm die angeheuerten Schnitter noch auf dem Berliner Bahnhof davongelaufen waren, hatte er ein Zuchthausarbeitskommando zur Ernte bestellt. Einige Häftlinge sind ausgerissen und halten sich mit Hilfe der Leutevogttochter Sophie Kowalewski versteckt. Die Polizei wird eingeschaltet, das Kommando abgelöst. Wie nun die Ernte einbringen, die zur Begleichung der Vertragsschuld die wichtigste Rolle spielt? Das eigentliche Problem von Prackwitz' liegt aber tiefer, nämlich in seiner Unfähigkeit als Kaufmann sowie seinem labilen Charakter begründet. Statt ernsthaft über Lösungen nachzudenken, ereifert er sich in Schreitiraden, fühlt sich hintergangen, von Bosheit und Misstrauen umgeben. Das wahre Bild ihres Mannes wird auch seiner Frau Eva begreiflich, die ihrerseits eine im Grunde des Herzens egoistische Dame der gehobenen Gesellschaft ohne echtes Interesse am Befinden ihrer Mitmenschen ist, stets bestrebt, ihren gewohnten Lebensstandard aufrechtzuerhalten. Unterstützung gibt ihr von Studmann, der versucht, seine Pflichten als Geschäftsverwalter gewissenhaft und im Sinne seines Brötchengebers zu erfüllen. Er ist ausgesprochener Diplomat und sachlicher Verhandlungspartner zwischen den Fronten von Teschow und von Prackwitz. Von Prackwitz' 15-jährige Tochter, Fräulein Violet, ist indes unsterblich in Leutnant Fritz verliebt, welcher im Auftrag von Resten des Freikorps Landvolk mobilisieren soll für einen Putsch gegen die Regierung. Ein im Schwarzen Grund befindliches geheimes Waffen- und Munitionslager liegt in seiner Verantwortung. Das Versteck wird vom Förster Kniebusch entdeckt und vom Gutsinspektor Meier aus Rache verraten - von jenem schmierigen Dorfcasanova, der der drohenden Pistole des Leutnants einst nur knapp entkam und vorübergehend von der Bildfläche verschwand. Violets Brief an den Leutnant mit der Warnung vor derartiger Gefahr ist vom Diener Räder unterschlagen worden, diesem seltsamen, rätselhaften Geschöpf mit undurchsichtigen Motiven, welches von Violets heimlicher Liebe zum Leutnant weiß und sie auf seine Art quält und erpresst.
Angesichts der Geschehnisse, des miterlebten Irrsinns und Zerfalls, wird Wolf bewusst, dass er zu Petra gehört, deren genügsames, ruhiges Wesen sich immer deutlicher von den Herrschaften in Wolfs unmittelbarer Umgebung abhebt. Er erkundigt sich nach ihr und erfährt, dass sie Arbeit gefunden hat und schwanger ist. Sie liebt ihn noch, doch soll er sich zuerst bewähren, erwachsen werden. Wolf ist einverstanden und zuversichtlich seit dieser Nachricht. Das Schicksal in Neulohe nimmt seinen unaufhaltsamen Lauf: Der von vornherein verdammte Putsch misslingt. Von Studmann geht fort ohne Dank für seine redlichen Bemühungen. Die entflohenen Zuchthäusler konnten wieder eingefangen werden, auch Sophie Kowalewski wird verhaftet. Der alte Förster ist nach lebenslangem gehorsamen Dienst in Armut gestorben. Leutnant Fritz erschießt sich nach Verlust seiner Bestimmung und Erkenntnis der Sinnlosigkeit des Ganzen einsam des Nachts an seinem geplünderten Lager im Wald. Fräulein Violet hat einen schweren Schock erlitten und ist nach mysteriösem zeitweiligen Verschwinden zu einer apathischen, seelenlosen 'Hülle', einer Kopie ihrerselbst geworden. Der Rittmeister zieht sich in Alkohol, dann Krankheit zurück, seine Frau 'flieht' regelrecht aus Verzweiflung, um mit den Angehörigen anderswo neu zu beginnen - kurz, die Familie von Prackwitz ist in Neulohe untergegangen. Wolf aber, und Petra haben in dieser Zeit der schweren Prüfung durchgehalten und sind wieder vereint. Sie haben Erfahrungen gemacht, Erkenntnisse gewonnen, gelernt, und sehen nun ihrer Zukunft entgegen mit einem bescheidenen, aber zufriedenen Dasein.
(Team Zutz)
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