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Hans-Joachim Hegewald
(Privatarchiv Pierre Schlegel)

Hans-Joachim Hegewald

* 21.05.1930, Pauschwitz
† 04.06.2010, Leipzig

Fotos

Biographie

Sein erstes Engagement hat Autodidakt Hegewald 1948 am Stadttheater Burgstädt, wo er als Chortenor, Schauspieleleve, Inspizient und Requisiteur mit Umbauverpflichtung beschäftigt ist. In Chemnitz erhält er 1950 nach 36 Stunden Privatunterricht und drei Anläufen schließlich das Staatliche Bühnenreifezeugnis. Über kleinere Stationen kommt er 1955 zum Deutschen Nationaltheater in Weimar, und ab 1958 ist er dann langjährig am Leipziger Schauspielhaus tätig. Während seiner Bühnenlaufbahn spielt Hegewald mehr als 140 erste Rollen unterschiedlichster Fächer, ist in klassischen Dramen wie Gegenwartsstücken oder auch Opern und Operetten zu sehen. Seine Spannbreite reicht von Shakespeares "Timon von Athen", Goethes "Faust", Schillers "Wilhelm Tell", Brechts "Puntila", Molieres "Geizigem" bis hin zum Bassa Selim in der "Entführung aus dem Serail" oder zum Frosch in der "Fledermaus". Daneben inszeniert Hegewald selbst (u.a. "Die Ermittlung", "Tartuffe", "Rotkäppchen", "Huckleberry Finn" oder "Sibirien") und gibt außerdem zahlreiche Gastspiele im Ausland. So führt ihn seine Arbeit in die CSSR, nach Italien, Finnland und in die Schweiz. Seit Mitte der 50er Jahre vor der Kamera präsent, ist der Schauspieler und Regisseur fortan in einer Vielzahl von Produktionen für Film und Fernsehen zu erleben. Dabei begegnet er dem Zuschauer mal als sympathischer Charakter (z.B. ärztlicher Direktor in der TV-Serie "Zahn um Zahn"), mimt aber mehrfach auch überzeugend den Bösewicht (z.B. Täter in der Krimireihe "Polizeiruf 110"). Doch ist Hegewald nicht nur ein erfolgreicher Darsteller auf Bühne, Leinwand und Bildschirm, sondern besitzt dazu eine gefragte Stimme bei Hörspiel und Synchron. 25 Jahre wirkt er als Hörbuchsprecher in der Zentralen Bücherei für Blinde. Der Blinden- und Sehschwachenverband ehrt ihn dafür mit der Verdienstmedaille. Im Jahre 1995 zieht sich der Künstler ins Rentnerleben zurück, übernimmt seither noch gelegentlich Gastauftritte. Beispielsweise verkörpert er den Dorfrichter Adam ("Der zerbrochene Krug") oder Emanuel Striese ("Der Raub der Sabinerinnen") im Rahmen der Sommerfestspiele in Heppenheim. Seine Lebensgefährtin ist die Schauspielerin Sylva Schüler, seine Tochter Valeska Hegewald (geb. 1958) arbeitet ebenfalls als Schauspielerin.

(Team Zutz - Quellen: Pierre Schlegel, Eberfing; Das große Lexikon der DDR-Stars)

Filmographie (Auswahl)

Jahr

Filmtitel

Rolle

1955

Star mit fremden Federn

Herr in der Eisenbahn

1959

Maibowle

Kameramann beim Fernsehen

1960

Hatifa

Enki

1960

Ich überlebte meinen Tod (CSR)

SS-Hauptscharführer

1963

Daniel und der Weltmeister

Verkehrspolizist

1965

Nichts als Sünde

Junker Tobias

1967

Die gefrorenen Blitze

Lagerkommandant Klamm

1969

Drei von der K (TV-Serie), Ep. "Ginseng, Gold und Rattengift"

Paul

1971

KLK an PTX - Die Rote Kapelle

Konfektionär Lewinson

1972

Polizeiruf 110: Blutgruppe AB (TV)

Schlachter Rienacker

1973

Erziehung vor Verdun (TV)

Kriegsgerichtsrat Posnanski

1975

Lotte in Weimar

Dr. Riemer

1980

Die Verlobte

 

1984

Front ohne Gnade (TV-Serie), Ep. "Tod in der Villa"

SA-Standartenführer Otto von Wittke

1985-87

Zahn um Zahn (TV-Serie)

ärztlicher Direktor

1986

Das Eigentor (TV)

Alfons Wohlers

1990

Die Architekten

Albrecht Wischala

1990

Ein seltener Fall von Liebe (TV) - auch Regie

 

1991

Jugend ohne Gott (TV)

Richter

1992

Schtonk!

Schuhback

Fotos

Probenfoto (Privatarchiv Pierre Schlegel)
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