 Foto: Filmspiegel
Hans Klering
* 08.11.1906, Berlin † 30.10.1988, Berlin
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Biographie
Der große, hagere Mime stammt aus einer Berliner Arbeiterfamilie, kennt von Kindheit an die Not. Sein Vater, ein Transportarbeiter, fällt noch in den letzten Kriegstagen 1918 für Kaiser und Vaterland. Das wenige, das die Mutter durch Näharbeiten verdient, reicht kaum zum Leben für sich und den Sohn. Mit 14 Jahren wird er Kaufmannslehrling in einer Getreidehandlung. Während dieser Zeit der aufkommenden Inflation steht Klering das erste Mal auf der Bühne, spielt in einem gewagten Sketch der links denkenden Gruppe von Gustl Beck im "Walhalla"-Theater. Nach Abschluss der Lehre schlägt er sich mit verschiedenen Tätigkeiten durch, arbeitet u.a. als Reisender, Abonnementensammler, Hafenarbeiter in Bremen, Ausrufer im Halenseer Lunapark oder tritt nebenbei manchen Abend im Theater in Varel auf, um seine armselige Arbeitslosenunterstützung aufzubessern. Entschlossen zum Kampf für die Rechte des Proletariats ist Klering inzwischen der KPD beigetreten und agiert als Mitglied der Schauspielergruppen der Internationalen Arbeiterhilfe. Nachdem er kurz nach Ausbruch der Weltwirtschaftskrise 1929 auch seine Anstellung in einem Kölner Werbebüro, wo er zeitweise als Schriftmaler und Plakatzeichner beschäftigt ist, verliert, zieht er mit der Agitpropgruppe "Kolonne links" durch Deutschland. Die Sketche und Szenen mit aktuellem Bezug sollen die Arbeiter über die Ursache ihrer verzweifelten Lage aufklären und den aktiven Weg aus der Krise weisen. 1931 gibt Klering mit der Gruppe Gastspiele in der Sowjetunion, macht sich mit der russischen Sprache vertraut, übersiedelt schließlich für die nächsten 14 Jahre nach Moskau. Dort arbeitet er zunächst als Plakatmaler im "Dynamo"-Werk, absolviert Mitte der 30er Jahre erfolgreich ein Studium am Moskauer Institut für grafische Kunst, entwirft bald für nahezu jeden ansässigen Verlag Buchumschläge, Schallplattenhüllen, Plakate, Embleme, die teilweise um die Welt gehen. Daneben spielt er beim Theater der arbeitenden Jugend, später langjährig am Deutschen Theater in Moskau unter Friedrich Wolf, Erwin Piscator und Gustav von Wangenheim. Boris Barnett holt Klering 1933 für seinen Film "Okraina" (Vorstadt) zum ersten Mal vor die Kamera. Es folgen mehrere sowjetische Produktionen, in denen er mitwirkt, meist in Soldatenrollen. Nach Kriegsende 1945 kommt Klering als Beauftragter der KPD - mit Wilhelm Piecks Bibliothek im Gepäck - zurück in seine nun zerstörte Heimatstadt Berlin. Hier organisiert er als unermüdlicher Filmreferent der Zentralverwaltung für Volksbildung in der sowjetischen Besatzungszone die ersten Filmstäbe des deutschen Nackriegsfilms, ist Mitbegründer der DEFA, deren Zeichen er entwirft und deren Entwicklung er als Direktor in den ersten Jahren entscheidend prägt. Durch seine umfangreiche leitende Funktion in der Filmgesellschaft findet er nur wenig Zeit für die eigene künstlerische Arbeit. Dennoch gibt er sein DEFA-Debüt schon 1948 in "Straßenbekanntschaft" und übernimmt kleinere Parts in Filmen wie "Grube Morgenrot" (1948) oder "Die Brücke" (1949), bis er 1950 um Entbindung von seinen Verwaltungspflichten bittet. Seitdem widmet Klering sich ganz der Filmarbeit, ist bis zu seinem Tode in über 100 Film- und Fernsehproduktionen zu sehen, schafft zumeist unvergessliche Nebencharaktere, anfangs oftmals in der Rolle des bürgerlichen Bösewichts und schwankenden Kriechers, später zum Skurrilen und Gütigen tendierend. So ist er der kurpfuschende Hilsenthaler Mann in "Hexen" (1954) ebenso wie der Großvater Bärensprung in "Die Heiden von Kummerow" (1967). Eine seiner seltenen, aber bedeutenden Hauptrollen ist die des Heini Holler in "Die letzte Heuer" (1951), die er liebenswert und eindringlich zu gestalten vermag, dem Zuschauer im Gedächtnis bleibend. Aus seiner Verbindung mit der Schauspielerin Else Korén (1920-1990) gehen die beiden Töchter Helga Korén und Juliane Korén hervor, welche ebenfalls als Schauspielerinnen tätig sind.
(Team Zutz - Quellen: Künstler unserer Zeit; Filmschauspieler A-Z; Unsere Filmsterne; Vor der Kamera)
Filmographie (Auswahl)
Literatur
Helmuth Pelzer Hans Klering Künstler unserer Zeit Henschelverlag, Berlin 1961
Link
Homepage über das Leben und Wirken Hans Klerings |