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Anneliese Reppel

Anneliese Reppel
(Anna-Elisabeth Reppel,
gesch. Götz, geb. Körner)

* 09.08.1899, Wiesbaden
† 05.07.1967, Mühlhausen

Biographie

"Ich muß nur einmal ins Mikrofon rülpsen und habe schon 100 Mark verdient" - dies hört der erstaunte, damals noch kleine "Winni" Winfried Glatzeder aus dem Mund der Schauspielerin Anneliese Reppel, einer Freundin seiner Großmutter. Kein Wunder, dass bei diesen lukrativen Aussichten Glatzeders Berufswunsch frühzeitig feststeht. So nachzulesen in seinen Memoiren. Obwohl die Reppel als Tochter der deutschen Theaterlegende Hermine Körner und des Schauspielers und Offiziers Franz Ferdinand Körner geboren wird, ist über ihren künstlerischen Weg nicht allzuviel in Erfahrung zu bringen. Sie dürfte wohl identisch mit der Schauspielerin Anneliese Körner sein, die um 1920 einige Stummfilme dreht, u.a. an der Seite des später auch bei der DEFA wirkenden Schauspielers Lutz Götz. Beide heiraten 1920, die Ehe hält bis 1932. Vier Jahre später geht Anneliese Götz die Ehe mit dem Reichsbankangestellten Paul Joachim Reppel ein. Was sie zu dieser Zeit beruflich macht, ist nicht bekannt. Überliefert ist nur ein Antrag um Aufnahme in die Reichsschrifttumskammer. Fest steht hingegen, dass die Reppel 1955 als Schauspielerin zu Brecht an das Berliner Ensemble kommt, wo sie bis 1961 engagiert ist. Auch im Film tritt sie wieder auf, ebenso im Fernsehen. Sie ist wohl die Schauspielerin mit dem markantesten Sprechorgan und "röhrt" sich unüberhörbar durch die Inszenierungen. Mal spielt sie eine Zeitungsverkäuferin, die lautstark um Kunden wirbt, dann eine penetrante Nachbarin. Im "Hauptmann von Köln" wirft sie ihren Untermieter Rolf Ludwig aus der Wohnung, in der "Pitaval"-Folge "Der Fall Haarmann" verteidigt sie gegenüber den anderen Hausbewohnern eisern den netten Herrn Haarmann, der später als Massenmörder entlarvt wird. Nach gesundheitlichen Problemen arbeitet Anneliese Reppel seit Anfang der 1960er Jahre freischaffend, sie steht 1964 noch vor den Fernsehkameras und zieht anschließend nach Weimar. Letztendlich stirbt die knapp 68-Jährige im Landesfachkrankenhaus Pfafferode / Mühlhausen.

(Volker Wachter - Quellen u.a.: Bundesarchiv Berlin; Stadtarchiv Weimar; Stadtarchiv Mühlhausen)

Filmographie (Auswahl)

Jahr

Filmtitel

Rolle

1920

Der Kampf um den Goldfund (D)

Lehrerin

1956

Der Hauptmann von Köln

Frau Schmitz, Wirtin

1958

Der junge Engländer

Frau des Oberpfarrers

1958

Sonnensucher

Frau im Treppenflur

1959

Ware für Katalonien

ältere Frau

1959

Verwirrung der Liebe

Nachbarin von Sonja

1959

Fernsehpitaval: Der Fall Harry Domela (TV)

Zeitungsverkäuferin

1960

Wo der Zug nicht lange hält

alte Dame

1960

Fernsehpitaval: Der Fall Haarmann (TV)

Frau Pobbe

1960

Die Gesichte der Simone Marchand (TV)

Marie Soupeau

1964

Bernarda Albas Haus (TV)

Maria Josefa

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