 (Archiv Volker Wachter)
Helene Riechers
* 06.06.1869, Hamburg † 15.07.1957, Berlin
Fotos
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Biographie
Sieht man Helene Riechers auf der Leinwand, kann man es bedauern, daß sie über viele Jahre hinweg der Schauspielerei entsagt und erst im Alter von 80 Jahren eine kurze, aber eindrucksvolle Filmlaufbahn startet. Es wird berichtet, daß sie nach dem Bruch mit dem Elternhaus erst zum Theaterspielen kommt. Breslau und Leipzig sind frühe Stationen, dann reist sie mit einem Ibsen-Ensemble durch Deutschland, Holland und Österreich. 1907 dann ein erneuter Einschnitt: Die Riechers wird Vorsitzende eines in der Genossenschaft Deutscher Bühnenangehöriger gegründeten Frauenkomitees und setzt sich nun für die Belange ihrer Berufskolleginnen ein. Später pflegt sie Kranke und gründet Mädchenheime. In der Nazizeit sowieso mit Berufsverbot belegt, findet die Riechers nach 1945 den Weg ins Schauspielerfach zurück. Sie spielt an Westberliner Bühnen und gehört in den 50er Jahren zum Ensemble des Deutschen Theaters im Ostteil der Stadt. Hochgelobt werden die ergreifende Kunst ihrer Menschendarstellung, ihr Optimismus und ihr Humor. In neun DEFA-Streifen kann Helene Riechers Proben ihres reichen Könnens darbieten. Zwar kaum Hauptrollen, liefert sie aber eindrucksvolle Charakterstudien. Dazu zählen die Mutter Köppke in den "Unbesiegbaren" und eine bösartige, zahnlose Verwandte in der Märchenverfilmung "Die Geschichte vom kleinen Muck". Ihre größte Rolle hat die Riechers als Milda Bast im Lustspiel "Hexen". Zuletzt sieht man sie als alte Musfrau im "Tapferen Schneiderlein".
(Volker Wachter - Quellen: Deutsches Theater - Bericht über 10 Jahre (Berlin, 1957); Deutsches Bühnenjahrbuch)
Filmographie (Auswahl)
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