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Hilmar Thate - Progress Starfotokarte
Foto: DEFA

Hilmar Thate

* 17.04.1931, Dölau bei Halle (Saale)
Fotos

Biographie

Besuch der Schauspielschule in Halle ab 1947, Engagements in Cottbus, ab 1952 in Berlin, wo er 1959-70 am Berliner Ensemble und 1971-79 am Deutschen Theater seine aufsehenerregendsten Aufgaben hat, ab 1980 vorwiegend Arbeit in der Bundesrepublik und am Wiener Burgtheater. Wolfgang Staudte holt den Debütanten 1954 vor die Kamera. Er entwickelt sich zu einem erstklassigen Charakterdarsteller, anfangs oft in jugendlicher, mitunter revolutionärer Ernsthaftigkeit, später vor allem im Fernsehen in Rollen von Intellektuellen oder Künstlern, nachdenklich und gelegentlich mit verhaltener Komik.
Neben der Arbeit an Gegenwartsstoffen und solchen aus der jüngsten Vergangenheit, wie der Titelrolle in dem Fünfteiler "Daniel Druskat" (1976), tritt Thate auch immer wieder in historischen Stoffen auf. Unter Siegfried Kühns Regie spielt er 1974 den Eduard in der Goethe-Verfilmung "Die Wahlverwandtschaften". Der Regisseur schreibt 1995 darüber: "Thate verkörpert diesen Eduard als eine sehr heutige, moderne Gestalt: fieberhaft unruhig, kräftig, unglaublich ungereimt, schillernd. Keineswegs banal. (...) Frappierend, daß sich seit Goethe nichts geändert hat und sich scheinbar nie etwas ändern wird."
Thate, mit Kunstpreis und Nationalpreis der DDR ausgezeichnet, protestiert 1976 gegen die Ausbürgerung des Dissidenten Wolf Biermann. Die Unzufriedenheit mit der Kulturpolitik in der DDR wird zu groß. Ab 1980 tritt er im Westen in Filmen von Rainer Werner Fassbinder auf, spielt unter Ingmar Bergmans Regie Theater. Auf dem Filmfestival von Karlovy Vary erhält er 1999 den Darstellerpreis für den Film "Wege in die Nacht" von Andreas Kleinert. Thate ist seit vielen Jahren mit Angelica Domröse verheiratet, neben der er auch häufig vor der Kamera steht.

(F.-B. Habel & Volker Wachter, "Das große Lexikon der DDR-Stars")

Filmographie (Auswahl)

Jahr

Filmtitel

Rolle

1955

Einmal ist keinmal

Buhlemann

1958

Jahrgang 21 (DDR/CSSR)

Matrose

1958

Das Lied der Matrosen

Ludwig Bartuschek

1960

Leute mit Flügeln

Henne

1961

Mutter Courage und ihre Kinder

der Chronist

1961

Professor Mamlock

Rolf Mamlock

1961

Der Fall Gleiwitz

KZ-Häftling

1964

Der geteilte Himmel

Ernst Wendland

1974

Die Wahlverwandtschaften

Eduard

1976

Daniel Druskat (TV)

Daniel Druskat

1978

Fleur Lafontaine (TV)

Philipp Pommeranz

1980

Don Juan, Karl-Liebknecht-Straße 78

Wischnewsky

1981

Engel aus Eisen (BRD)

Völpel

1982

Die Sehnsucht der Veronika Voss (BRD)

Robert Krohn

1983

Dingo (BRD)

Paul Neumann

1990

Hurenglück (TV, BRD)

Hager

1997

Der König von St. Pauli (TV)

Rudi Kranzow, "Würfel-Rudi"

1999

Wege in die Nacht

Walter

2000

Krieger und Liebhaber (TV)

Cäsar Klein

2002

Zweikampf (TV)

Kommissar Otto Konrad

2004

Der neunte Tag (BRD/LUX)

Bischof Philippe

2005

Hitlerkantate

Hanns Broch

Fotos

"Optimistische Tragödie" (1971) (Film- und Fernsehkunst der DDR)

Literatur

Hilmar Thate
(unter Mitarbeit von Kerstin Retemeyer)
Neulich, als ich noch Kind war
Autobiografie - Versuch eines Zeitgenossen
Lübbe, 2006
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