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Gojko Mitić - Progress Starfotokarte

Gojko Mitić

* 13.06.1940, Strojkovce bei Leskovac (YUG)
Fotos

Biographie

Wer kennt ihn nicht, den sympathischen "Chefindianer" der DEFA, wie Gojko Mitić in der Presse oft betitelt wird. "Wo er auch hinkommt, ob zu Filmforen, zu Premieren während der alljährlichen Sommerfilmtage oder zum Berliner Opernball, stets ist er umringt von Autogrammjägern, und immer erfüllt er diese Pflicht als Publikumsliebling freundlich lächelnd, hat für jeden ein gutes Wort und verliert selbst im heftigsten Gedränge nie seine charmante Liebenswürdigkeit", beschreibt Manfred Haedler 1975 die enorme Popularität des Künstlers. Zahlreiche Preise des "Filmspiegels" oder des Jugendmagazins "Neues Leben" sprechen für sich und bedeuten Gojko besonders viel, da sie von den Zuschauern, seinen Fans, für ihn bestimmt wurden. Dabei wollte er eigentlich kein Schauspieler werden...
Nach dem Abitur studiert der Jugoslawe, der mit seinem Bruder bei den Großeltern aufwuchs, 1958-1963 zunächst an der Belgrader Hochschule für Körperkultur und Sport, denn sein Berufsziel heißt Sportlehrer. Während dieser Zeit fällt er englischen Filmproduzenten auf, die reitbegabte Komparsen für ihren Film "Sword of Lancelot" suchen. Gojko gehört zu den 'Auserwählten', der sogar den Hauptdarsteller Cornel Wilde doubelt. Durch die Arbeit als Stuntman in verschiedenen Produktionen wächst das Interesse an ihm, man betraut ihn bald mit kleinen ("Old Shatterhand") und später größeren Rollen ("Unter Geiern") in einigen Karl-May-Filmen mit Pierre Brice, die in seinem Heimatland gedreht werden. Dort wird Gojko, der inzwischen Schauspielunterricht genommen hat, 1965 auch von der DEFA entdeckt, die an der Adriaküste Probeaufnahmen zu ihrem ersten Indianerfilm macht. Seine äußere Erscheinung - athletische Figur, vertrauensvolle Ausstrahlung, markantes Gesicht mit wachen dunklen Augen und schwarzem Haar - prädestinieren ihn für Rollen furchtloser Indianer, die für die Rechte ihres Volkes kämpfen. Gleich seine erste Hauptrolle, der Häuptling Tokei-ihto in "Die Söhne der großen Bärin" (1966), wird ein Erfolg und beschert Gojko große Beliebtheit bei Kinogängern der DDR. Es ist der Auftakt einer Reihe von circa einem Dutzend Indianerfilmen, dank denen er auch über die Grenzen hinaus Berühmtheit erlangt, vor allem in Osteuropa, Asien und Arabien. Das Sprachtalent, das neben slawischen Sprachen fließend Deutsch, etwas Italienisch sowie Englisch kann, wird anfangs trotz dieser Tatsache auf Grund seines hörbaren Akzents synchronisiert.
Um der Festlegung auf den "Indianer vom Dienst" zu entgehen, nimmt Gojko, der sich auch als Co-Autor betätigt und wiederholt historische Personen verkörpert, im Laufe seiner Karriere immer wieder andere Angebote von Film und Fernsehen an. Ob als Kosmonaut im Science-Fiction-Film, Liebhaber in der Literaturverfilmung oder im komödiantischen Genre an der Seite von Gerd E. Schäfer oder Agnes Kraus - die Abwechslung ist ihm willkommen. Bemerkenswert in Gojkos Filmographie sind ebenso sein Agent Boris in der Kundschafterserie "Archiv des Todes" (1980), und auch an seinen mutigen Partisan Pablo Calvo in "Front ohne Gnade" (1984) sei an dieser Stelle erinnert. Wenn er nicht als Schauspieler vor der Filmkamera steht, ist er ab 1975 regelmäßig am Bergtheater Thale (Harz) zu erleben, u.a. als Spartacus, Robin Hood, D'Artagnan. Außerdem veröffentlicht er Platten (z.B. Interpret von "Löscht das Feuer"), moderiert Unterhaltungsshows wie "Ein Kessel Buntes" und inszeniert in den 1980er Jahren mehrere Abenteuer der Puppen Jan und Tini fürs Kinderfernsehen.
Mit der Wende kommt es auch für Gojko zu einem Neubeginn, zuerst wieder mit kleineren Rollen, ehe er in einer wiederkehrenden Rolle in einigen Folgen der langlebigen Serie "Verbotene Liebe" mitwirkt. Danach begegnet man ihm zumeist in Gastparts auf dem Bildschirm. Zwischen 1992 und 2006 steht er jedes Jahr als Winnetou auf der Freilichtbühne der Karl-May-Festspiele in Bad Segeberg. Für eine TV-Dokumentation reist er im Herbst 2001 meilenweit durch die Prärie der USA, besucht Reservationen und Orte des Gedenkens, trifft echte Indianer und lebt ein paar Wochen bei "seinen" roten Brüdern. Seit 2007 spielt er im Ensemble des Mecklenburgischen Staatstheaters Schwerin, wo er 2009 im Rahmen der Schlossfestspiele erfolgreich als "Alexis Sorbas" auftritt - ein Charakter, mit dem schon Anthony Quinn durch seine herausragende Darstellung 1964 Filmgeschichte schrieb.
Gojko Mitić, der sich mit gesunder Lebensweise (viel Sport, wenig Alkohol und ohne Rauchen) fit hält, lebt 1974-76 mit seiner Filmpartnerin Renate Blume zusammen.

(Team Zutz - Quellen u.a.: Das große Lexikon der DDR-Stars; Filmschauspieler International; Internet)

Filmographie (Auswahl)

Jahr

Filmtitel

Rolle

1964

Winnetou II (BRD/ITA/FRA/YUG)

Weißer Rabe

1964

Unter Geiern (BRD/YUG)

Wokadeh

1966

Die Söhne der großen Bärin

Tokei-ihto

1967

Chingachgook, die Große Schlange

Chingachgook

1968

Spur des Falken

Weitspähender Falke

1969

Weiße Wölfe (DDR/YUG)

Weitspähender Falke

1970

Tödlicher Irrtum

Shave Head

1970

Signale - Ein Weltraumabenteuer (DDR/PL)

Terry

1971

Osceola

Osceola

1972

Der Mann, der nach der Oma kam

Indianer

1972

Tecumseh

Tecumseh

1973

Apachen - auch Co-Autor

Ulzana

1974

Ulzana - auch Co-Autor

Ulzana

1974

Visa für Ocantros (TV)

Maha

1975

Blutsbrüder

Harter Felsen

1976

Die Liebe und die Königin (TV)

Fabiano Fabiani

1977

Zweite Liebe - ehrenamtlich (TV)

Peter Papenbold

1978

Ich will euch sehen

Muratow

1978

Severino

Severino

1980

Alma schafft alle (TV)

Oberkellner Felix

1980

Archiv des Todes (TV-Serie)

Boris

1982

Der lange Ritt zur Schule

Sportlehrer / Roter Milan

1982

Maxe Baumann: Max bleibt am Ball (TV)

Herr Nocz

1983

Der Scout

Weiße Feder

1984

Front ohne Gnade (TV-Serie)

Pablo Calvo

1986

Das wirkliche Blau (TV)

Lorenzo

1988

Das Herz des Piraten

Vater / Pirat Jakko

1988

Präriejäger in Mexiko (TV)

Bärenauge

1994

Burning Life

Tankwart

1995

Herberge für einen Frühling (TV)

Joel Cutter

1996

Verbotene Liebe (TV-Serie)

Roberto Fiorani

1999

Helden wie wir

Yvonnes Vater

2001

In aller Freundschaft (TV-Serie),
Ep. "Der Kunstfehler"

Lupanitsch

2002

The Antman

Fumigimo

2006

Esperanza

Albert

2008

Forsthaus Falkenau (TV-Serie),
Ep. "Zweite Chance" / "Verbockt"

Singender Bär

2008

Entführt - Ich hol dich da raus (TV)

Antonin Sokurov

Fotos

Gojko Mitić als Agent Boris in der Fernsehserie "Archiv des Todes" (1980)

Literatur

Gojko Mitić
Erinnerungen
aufgezeichnet von Alex Wolf
Ullstein, Berlin 1996
ISBN 3-548-23832-7

Frank-Burkhard Habel
Gojko Mitić, Mustangs, Marterpfähle
Die DEFA-Indianerfilme - Das große Buch für Fans
Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 1997
ISBN 3-89602-120-6

Link

Gojko-Mitić-Webseite
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