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Camilla Spira
(Archiv Volker Wachter)

Camilla Spira

* 01.03.1906, Hamburg
† 25.08.1997, Berlin

Fotos

Biographie

Die Tochter des jüdischen Schauspielers Fritz Spira (geb. 1881, umgebracht 1943 im KZ Ruma) und dessen Ehefrau, der Schauspielerin Lotte Spira-Andresen (1883-1943), absolviert nach dem Lyzeum die Max-Reinhardt-Schauspielschule in Berlin und beginnt 1922 ihre Bühnenlaufbahn am dortigen Wallnertheater. Bis 1933 ist die Spira dann auch an weiteren Berliner und Wiener Bühnen sehr erfolgreich tätig, außerdem spielt sie ab 1924 in Rollen frischer, junger Mädchen im deutschen Film. Mit Beginn der Naziherrschaft erhält die Halbjüdin Berufsverbot, sie wirkt noch einige Zeit am Theater des jüdischen Kulturbundes, ehe sie mit ihrem Ehemann, dem Rechtsanwalt Hermann Eisner und den beiden Kindern nach Holland emigriert. Dort zeitweilig in einem Konzenzentrationslager interniert, kann die Familie durch die Hilfe von Freunden freigekauft werden. Wesentlich zur Freilassung trägt auch die bewußte Falschaussage der Spira-Mutter bei, welche die Vaterschaft von Fritz Spira ableugnet. Nach dem Krieg zurück in Deutschland, agiert Camilla Spira vorerst im Berliner Theater am Schiffbauerdamm, später dann an Bühnen in Westberlin und der Bundesrepublik. Für ihre Darstellungskunst als junge und gealterte Arbeiterfrau Guste Schmiedecke im DEFA-Streifen "Die Buntkarierten" (1949) erhält sie einen der ersten Nationalpreise der DDR. Im bundesdeutschen Film- und Fernsehgeschäft verkörpert sie später meist patente Frauen und Mütter mit dem Herz auf dem rechten Fleck. Besondere Aufmerksamkeit erzielt der 1991 gedrehte, zweiteilige Dokumentarfilm "So wie es ist, bleibt es nicht. Die Geschichte von Camilla und Steffie Spira" über das Leben der beiden schauspielernden Spira-Schwestern.

(Volker Wachter)

Filmographie (Auswahl)

Jahr

Filmtitel

Rolle

1925

Freies Volk (D)

Agathe von Borgsdorff

1926

Der Stolz der Kompanie (D)

Minna

1930

Laubenkolonie (D)

Anna, Tochter des Kolonialwarenhändlers Müller

1932

Grün ist die Heide (D)

Grete Lüdersen

1933

Das Testament des Dr. Mabuse (D)

Juwelen-Anna

1933

Der Judas von Tirol (D)

Walpurga

1933

Morgenrot (D)

Grete Jaul

1949

Die Buntkarierten

Guste Schmiedecke

1950

Semmelweis - Retter der Mütter

Josepha Hochleitner

1950

Die lustigen Weiber von Windsor

Frau Reich

1950

Epilog (BRD)

Pensionswirtin

1954

Emil und die Detektive (BRD)

Emils Tante

1955

Des Teufels General (BRD)

Kammersängerin Olivia Geiss

1955

Himmel ohne Sterne (BRD)

Elsbeth Hövelmann

1956

Made in Germany - Leben für Zeiss (BRD)

Ottilie Zeiss

1957

Der tolle Bomberg (BRD)

Frau Kommerzienrat Mühlberg

1957

Das Herz von St. Pauli (BRD)

Trudchen Meyer

1958

Vater, Mutter und neun Kinder (BRD)

Martha Schiller

1959

Rosen für den Staatsanwalt (BRD)

Hildegard Schramm

1961

Vertauschtes Leben (BRD)

Luise Lindner

1966

Sozialaristokraten (TV, BRD)

Frau Fiebig

1967

Großer Mann, was nun? (TV-Serie, BRD)

Marie König

1969

Der Kommissar (TV-Serie, BRD), Ep. "Das Ungeheuer"

Frau Hausmann

1975

Die Powenzbande (TV-Serie, BRD)

Thusnelda Quiebus

1983

Gestern bei Müllers (TV-Serie, BRD)

Oma

1987

Wanderungen durch die Mark Brandenburg: Im Spreeland (TV, BRD)

Tante

1991

So wie es ist, bleibt es nicht. Die Geschichte von Camilla und Steffie Spira (TV, Dokumentarfilm)

 

1992

Wenn ich sonntags in mein Kino geh' (Dokumentarfilm)

 

1999

Kurt Gerron und sein "Karussell" (TV, Dokumentarfilm)

 

Fotos

"Die Buntkarierten" (1949) (Archiv Volker Wachter) "Die Buntkarierten" (1949) (Archiv Volker Wachter) Portrait von 1995 (Archiv Volker Wachter)
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