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Helga Labudda

Helga Labudda
(eigtl. Helga Magdalena Liebau geb. Labudda)

* 27.04.1935, Zschornewitz
† 20.04.2014, Berlin

Fotos

Biographie

Helga Labudda gehört keineswegs zu den Schauspielern, die schon von früh auf den brennenden Wunsch hatten, Schauspieler zu werden. Nein, dieser Wunsch kam erst mit der Zeit, wie sie den jungen Filmfreunden im Jahrbuch "Unsere Filmsterne" verrät. Eigentlich möchte sie Tänzerin werden und hat nach entsprechendem Unterricht auch bereits ein Studium an der Tanzschule in Berlin begonnen, als eine Krankheit ihr einen Strich durch die Rechnung macht und sie ihr Traumberufsziel aufgeben muss. So setzt sie später ihren künstlerischen Weg auf andere Weise fort, schließt sich einem Laienzirkel für Volkskunst an, leitet eine Volkstanzgruppe und wirkt in einem dramatischen Zirkel mit. Dann bekommt sie ein Angebot als Ansagerin im Kinderfernsehen. Auf dem Bildschirm erfreut sie die kleinen Zuschauer u.a. als Frau Puppendoktor Pille im "Abendgruß". Außerdem steht sie für verschiedene Fernsehstücke vor der Kamera und ist dank dieses neuen Mediums auch beim erwachsenen Publikum längst keine Unbekannte mehr.
Schließlich absolviert Helga Labudda ein Schauspielstudium. Danach ist sie zwei Jahre am Hans-Otto-Theater Potsdam engagiert und gastiert an der Berliner Volksbühne. Sie spielt u.a. die Isabell im "Richter von Zalamea", die Eve im "zerbrochenen Krug" oder die Luise in "Kabale und Liebe". Besonderen Erfolg feiert sie als Natascha in der Bühnenfassung von Tolstois weltberühmtem Roman "Krieg und Frieden". Mit der glaubhaften Gestaltung dieses Charakters findet die Künstlerin Zustimmung bei Presse und Publikum. "Da war eine junge Schauspielerin, zart, fast zerbrechlich wirkend, mit aller Anmut und Lieblichkeit der Jugend, der jede Sentimentalität jedoch fern lag", schreibt Martin Linzer 1966. Frei von falscher Sentimentalität ist auch Helga Labuddas Ophelia an der Seite von Horst Drindas "Hamlet" in der Inszenierung des Dramas am Deutschen Theater Berlin. 1963 von Wolfgang Heinz an diese renommierte Bühne geholt, wird sie für über 20 Jahre die Wirkungsstätte der Schauspielerin, welche hier die Gelegenheit nutzt, sich in klassischen wie zeitgenössischen Werken zu bewähren.
Ihren Einstand bei der DEFA gibt Helga Labudda 1961 mit einer Nebenrolle im Spielfilm "Die Liebe und der Co-Pilot". 1965 erfüllt sie im Film "Die besten Jahre" - wiederum als Partnerin ihres Theaterkollegen Horst Drinda - die junge Lehrerin Bettina mit Leben. Schöne Aufgaben beschert ihr vor allem auch das DDR-Fernsehen. So übernimmt sie in der mehrteiligen Literaturadaption "Wolf unter Wölfen" den Part der frühreifen Violet von Prackwitz, die hoffnungslos in den draufgängerischen Leutnant Fritz, dargestellt von Jürgen Frohriep, verliebt ist. In einem Interview während der Dreharbeiten sagt Helga Labudda: "Die Violet ist ein charakterlich labiler Mensch. Ihre gesellschaftliche Herkunft und ihre Erziehung haben ihre negativen Eigenschaften eher gefördert als gedämpft. [...] Ich sehe sie als Produkt und etwas auch als Opfer ihrer Zeit und ihrer Herkunft." Erinnert sei an dieser Stelle schließlich noch an eine weitere wichtige Rolle, und zwar die der alleinerziehenden Monika Büttner, eine selbstbewusste Frau mit Herz und Temperament, die Helga Labudda in den siebziger Jahren neben Erik S. Klein im unterhaltsamen Mehrteiler "Aber Vati!" verkörpert.
Gesundheitliche Gründe veranlassen die Schauspielerin, die auch synchronisiert oder Hörspielfiguren ihre Stimme leiht, sich in den 1990er Jahren aus dem Beruf zurückzuziehen. Helga Labudda war seit 1956 mit dem Kunsthistoriker Hans Liebau (1929-1994) verheiratet.

(Team Zutz - Quellen u.a.: Unsere Filmsterne; Artikel im Filmspiegel 1964; Renate Seydel, Schauspieler Ausg. 1966; Das große Lexikon der DDR-Stars)

Filmographie (Auswahl)

Jahr

Filmtitel

Rolle

1959

Brücke zwischen gestern und morgen (TV)

Mädchen

1960

Die Talente (TV)

 

1961

Die Liebe und der Co-Pilot

Anne, Stewardess

1961

Der Mann mit dem Objektiv

Anita

1962

Heller Weg (TV)

 

1964

Die Glasmenagerie (TV)

 

1965

Wolf unter Wölfen (TV)

Violet von Prackwitz

1965

Die besten Jahre

Bettina

1966

Telegramme aus Übersee (TV)

Frau eines westdeutschen Fliegeroffiziers

1966

Hannes Trostberg (TV)

Janne Trostberg

1967

Zwei Engel steigen aus (TV)

 

1967

Frau Venus und ihr Teufel

Josephine

1968

Der Mord, der nie verjährt

Anna Bälger

1969

Der Staatsanwalt hat das Wort: Die Falschmeldung (TV)

Ilona Dombrowsky

1971

Liebeszauber (TV)

 

1972

Euch werd ich's zeigen

Bernds Mutter

1973

Aber Vati! (TV)

Monika Büttner

1976

Jede Woche Hochzeitstag (TV)

Helga Winkler

1979

Polizeiruf 110: Am Abgrund (TV)

Marion Seiffert

1988

Der Staatsanwalt hat das Wort: Wo mich keiner kennt (TV)

Frau Brügge

1989

Polizeiruf 110: Katharina (TV)

Dr. Rübsam, Gynäkologin

Fotos

"Wolf unter Wölfen" (1965)
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