Gerd E. Schäfer
(Gerd Eginhard Schäfer)
* 14.07.1923, Berlin
† 20.09.2001, Berlin
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Biographie
Der Junge aus Berlin-Neukölln wächst in einem gutsituierten Elternhaus auf, denn Vater und Mutter arbeiten als Rechtsanwälte. Den Traum von einer Bühnenlaufbahn muß Schäfer allerdings vorerst begraben, der 2. Weltkrieg fordert seinen Tribut. Glücklich und unversehrt in das zerstörte Berlin zurückgekehrt, absolviert Schäfer von 1945 bis 1947 die Charlottenburger Schauspielschule. Es folgen einige Helden- und zahlreiche Schurkenrollen an Bühnen in Potsdam, Weißenfels, Wittenberg oder Bautzen. 1956 kommt der Mime wieder in seine Heimatstadt, er gehört zwölf Jahre zum Ensemble des legendären Kabaretts "Distel", spielt in etlichen satirischen "Stacheltier"-Kurzfilmen und verschiedenen DEFA-Produktionen. Schließlich verschlägt es ihn zum Fernsehen der DDR.
"Ihn mögen die Leute", schreibt Irma Zimm in einem Beitrag für die "Wochenpost". Sie charakterisiert Schäfer als "hoch und hager, mit verschmitzten Augen über der markanten Nase, mit einer Stimme, die einer Mischung aus singender Säge und knarrendem Ast nahe kommt, von einer Gutmütigkeit, die nicht aus Gleichmut herrührt, sondern aus der Fähigkeit, guten Muts zu sein." Schäfer profiliert sich im Laufe der Zeit als "Berliner Schnauze pur". In ungezählten Lustspielen und Schwänken erweist sich Gerd E. Schäfer als "Mann des Heiteren". Seine Paraderolle wird zweifelsohne der Ur-Berliner Maxe Baumann, den er über Jahre hinweg im Silvesterschwank des DDR-Fernsehens verkörpert. Mit solchen und ähnlichen Rollenfiguren erringt Schäfer den Status eines Volksschauspielers. Nebenher gibt er aber auch Bühnengastspiele, so an der Berliner Staatsoper und am Metropol-Theater und arbeitet als Autor. Außerdem moderiert er über fünfzehn Jahre lang gemeinsam mit Uta Schorn den "Wunschbriefkasten".
Der mit dem Nationalpreis der DDR, dem Vaterländischen Verdienstorden und dem Kunstpreis geehrte Mime tritt auch nach der Wende gelegentlich vor die Kamera. Man sieht ihn im "Tatort"-Krimi und an der Seite seines Schulfreundes Günther Pfitzmann in den erfolgreichen Serien "Der Havelkaiser" und "Praxis Bülowbogen". Bis 1997 präsentiert Schäfer mit seinem Kollegen Wolfgang Gruner auch Kabarett-Sketche auf TV Berlin. Krankheitsbedingt zieht sich der mehrfach verheiratet gewesene Gerd. E. Schäfer dann endgültig aus dem Berufsleben zurück. Sein Sohn Alexander G. Schäfer arbeitet ebenfalls als Kabarettist, während Sohn Frank sich als Friseur einen Namen macht.
(Volker Wachter)
Filmographie (Auswahl)
Jahr |
Filmtitel |
Rolle |
1957 |
Das Stacheltier: Nicht kleinzukriegen |
Volkspolizist |
1957 |
Das Stacheltier: Hausbeleuchtung |
Herr Schulz |
1960 |
Silvesterpunsch |
Lämmermeier |
1961 |
Steinzeitballade |
Scharrhahn |
1961 |
Das Kleid |
Außenminister |
1962 |
Auf der Sonnenseite |
Schauspieldozent |
1962 |
Das verhexte Fischerdorf |
Herr Patzig |
1963 |
For eyes only (Streng geheim) |
Charly |
1964 |
Die goldene Gans |
Hofgelehrter Weisenstein |
1965 |
König Drosselbart |
Herzog Adolar |
1965 |
Ohne Paß in fremden Betten |
Eisenbahner Müller |
1967 |
Hochzeitsnacht im Regen |
Quizmaster |
1967 |
Ein Lord am Alexanderplatz |
Fotograf |
1968 |
Schüsse unterm Galgen |
McMacCharles |
1969 |
Wie heiratet man einen König |
Steuereintreiber |
1969 |
Seine Hoheit - Genosse Prinz |
Museumsdirektor |
1971 |
Hut ab, wenn du küßt! |
Blütenrein |
1972 |
Florentiner 73 (TV) |
Anzeigen-Emil |
1973 |
Nicht schummeln, Liebling! |
Kalluweit |
1974 |
Neues aus der Florentiner 73 (TV) |
Anzeigenannehmer |
1976-82 |
Maxe Baumann (TV-Reihe) |
Max Baumann |
1984 |
Drei reizende Schwestern: Familienfest mit Folgen (TV) |
Fritz Baumann |
1986 |
Maxe Baumann aus Berlin (TV) |
Max Baumann |
1993 |
Tatort: Die Zärtlichkeit des Monsters (TV) |
Werner Sawitzky |
1994 |
Der Havelkaiser (TV) |
Karl Köppcke |
1996 |
Praxis Bülowbogen (TV-Serie) |
Ludger |
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