Hans Hardt-Hardtloff
(eigtl. Johann Ernst Hardt)
* 08.08.1906, Köln
† 24.05.1974, Potsdam
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Biographie
Hans Hardt-Hardtloff gehört zu den Schauspielern, die erst im reiferen Alter einem großen Publikum bekannt werden. Film und Fernsehen der DDR nutzen das über Jahrzehnte geformte und gereifte Können des Vollblutkomödianten und vertrauen ihm zahlreiche Charakterrollen an. Der intensiven Tätigkeit vor den Kameras sind Jahre unermüdlichen Schaffens als Schauspieler, Regisseur, Oberspielleiter und Intendant an zahlreichen deutschsprachigen Bühnen vorausgegangen.
Der Künstler wird als Johann Ernst Hardt in Köln geboren und wächst dort in seriösen, bürgerlichen Familienverhältnissen auf. Als Sechzehnjähriger verläßt er das Elternhaus, debütiert an einer Wanderbühne und absolviert eine Schauspielerausbildung. Anschließend wirkt er etliche Jahre in seiner Heimatstadt an der schon damals berühmten Millowitsch-Bühne in rheinischen Volksstücken und Operetten. Während der Nazizeit hält sich Hardt-Hardtloff viel im Ausland auf, spielt nach eigenen Aussagen in Wien, Brüssel und sogar in Argentinien. Nach 1945 ist er zunächst Oberspielleiter beim Mitteldeutschen Rundfunk in Leipzig, dann kurzzeitig Intendant in Annaberg. Über verschiedene kleinere Bühnen kommt er 1952 nach Meiningen, spielt dort z.B. den Nathan und ist gleichzeitig auch Oberspielleiter der Oper. Von seinem Kollegen Eberhard Esche liebevoll als "genialer Provinzschauspieler" bezeichnet, gilt Hardt-Hardtloff wegen seiner eigenwilligen, teilweise jedoch weit über dem Durchschnitt liegenden künstlerischen Persönlichkeit auch als "Intendantenschreck". Er arbeitet noch an den Bühnen von Eisleben, Wittenberg und Döbeln, gehört zwei Jahre dem Berliner Ensemble, dann von 1960-67 dem Potsdamer Hans-Otto-Theater an. Seine letzte Wirkungsstätte wird das Schauspielerensemble des DDR-Fernsehens.
Den ersten Kontakt zum Film findet der mittlerweile 50jährige während seines Meininger Engagements, als ihn Regisseur Herbert Ballmann für die Rolle des Paule Wunsch im Kinderfilm "Tinko" verpflichtet. Es sollen noch über 50 weitere Film- und ca. 100 Fernsehauftritte folgen. Meist sind es markante Nebenrollen, die der Mime mit der heiseren Stimme eindrucksvoll zu interpretieren vermag. Zu seinen bedeutsamsten Gestalten kann man den alten Heizer im Fernsehspiel "Jupitersymphonie", den Schalmeienspieler in "Requiem für einen Lampenputzer" sowie den zum Arbeiter degradierten Meister Meternagel in Konrad Wolfs Meisterwerk "Der geteilte Himmel" zählen. Hardt-Hardtloff gehört aber auch zu den Schauspielern, die um etliche ihrer Leistungen betrogen werden, denn einige seiner wichtigsten Filme werden Opfer des 11. Plenums des ZK der SED, d.h. sie werden verboten und gelangen erst viele Jahre nach dem Tod des Künstlers zur Aufführung.
(Volker Wachter - Quelle u.a.: Artikel im "Meininger Tageblatt" vom
12.09.1998)
Filmographie (Auswahl)
Jahr |
Filmtitel |
Rolle |
1957 |
Tinko |
Paule Wunsch |
1958 |
Der Prozeß wird vertagt |
Taxifahrer |
1959 |
Die Premiere fällt aus |
Arbeiter |
1960 |
Hochmut kommt vor dem Knall |
Lkw-Fahrer |
1962 |
Auf der Sonnenseite |
Lkw-Fahrer |
1962 |
Ach, du fröhliche... |
Betrunkener |
1962 |
Das Glas Wasser (TV) |
Butler Thompson |
1963 |
Die Glatzkopfbande |
Wohnlagerverwalter |
1963 |
Nackt unter Wölfen |
Blockältester |
1963 |
For eyes only (Streng geheim) |
Portier |
1963 |
Karbid und Sauerampfer |
Kommissar |
1963 |
Jupitersymphonie (TV) |
Heizer |
1964 |
Mir nach, Canaillen! |
Soldat in Pulverkammer |
1964 |
Der geteilte Himmel |
Rolf Meternagel |
1964 |
Als Martin vierzehn war |
Vater Stammer |
1965 |
Solange Leben in mir ist |
Tischler |
1965 |
Die besten Jahre |
Heizer |
1965 |
Der Frühling braucht Zeit |
Kuhlmey |
1965 |
Das Kaninchen bin ich |
Herbert Wolf |
1965 |
Denk bloß nicht, ich heule |
Annes Vater |
1965 |
Berlin um die Ecke |
Hütte |
1966 |
Die Söhne der großen Bärin |
Major Samuel Smith |
1966 |
Die Reise nach Sundevit |
Bradenkuhl |
1966 |
Ohne Kampf kein Sieg (TV) |
französischer Fernlastfahrer |
1966 |
Karla |
Alfred Hirte |
1967 |
Geschichten jener Nacht, I. Phönix |
Kommandeur |
1967 |
Frau Venus und ihr Teufel |
Kuno |
1967 |
Turlis Abenteuer |
Karsten, Fischer |
1967 |
Kleiner Mann - was nun? (TV) |
Sebastian Puttbreese |
1967 |
Ein Lord am Alexanderplatz |
Tankwart |
1968 |
Der Mord, der nie verjährt |
Wegmann |
1968 |
Schüsse unterm Galgen |
Kapitän |
1968 |
Hauptmann Florian von der Mühle |
Nepomuk |
1968 |
Wege übers Land (TV) |
Siebold |
1969 |
Nebelnacht |
Hermann Hecht |
1969 |
Zeit zu leben |
Pförtner Hempel |
1969 |
Krupp und Krause (TV) |
Arbeiter |
1970 |
Aus unserer Zeit I. Die zwei Söhne IV. Der Computer sagt: Nein |
der Invalide Paul |
1970 |
Folge dem Stern (TV) |
Steinbruck |
1971 |
Tod eines Millionärs (TV) |
Napoleon |
1971 |
Der Sonne Glut (TV) |
Parteifunktionär Richard Gutmann |
1972 |
Trotz alledem! |
Tischler |
1972 |
Leichensache Zernik |
Josef Probst, Kommissariatsleiter |
1972 |
Amboß oder Hammer sein (DDR/BUL/UdSSR) |
Kluge |
1973 |
Die Legende von Paul und Paula |
der Schießbudenbesitzer |
1973 |
Polizeiruf 110: Vorbestraft (TV) |
Betreuer |
1973 |
Chronik eines heißen Sommers (CSSR) |
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1973 |
Das unsichtbare Visier (TV) |
General Albrecht |
1974 |
Der erste Urlaubstag (TV) |
Uzkoreit |
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