Helmut Schreiber

Helmut Schreiber

* 16.11.1925, Mühlhausen
† 10.02.1995, Bad
   Reichenhall

Biographie

Der vielseitige Mime mit dem Charaktergesicht studiert Philosophie, Germanistik und Kunstgeschichte. Weitere Studien an der Theaterhochschule in den Fächern Regie und Schauspiel bilden schließlich die Grundlage für Schreibers spätere berufliche Laufbahn. Nach dem zweiten Weltkrieg beginnt er bald als Regieassistent und debütiert als Bühnendarsteller in Bad Hersfeld. Die nächsten Theaterstationen heißen Karl-Marx-Stadt, Dresden und Leipzig, wo er die Möglichkeit hat, in unterschiedlichste Rollen zu schlüpfen. So reichen seine Parts "vom alten sächsischen Handwerker bis zum Komiker in der satirischen Komödie, vom Gegenwartshelden bis zur historischen Größe" (Heinz Hofmann, 1974). Bereits ab 1954 vor der Kamera tätig, entwickelt sich Helmut Schreiber mit der Zeit zu einer festen Größe bei Film und Fernsehen, sein Name taucht fortan in zahlreichen Besetzungslisten auf. Oftmals tritt er als negativer Held und Widersacher in Erscheinung, mitunter kommt aber auch sein komödiantisches Talent zum Tragen. Er gestaltet glaubhaft den Major des amerikanischen Geheimdienstes im DEFA-Spionagestreifen "For eyes only" (1963), spielt Könige in Märchenfilmen wie "Dornröschen" (1971) und ist der Bösewicht in mehreren Indianerfilmen. Beispiele für sympathische Figuren sind der Gaston im Weltraumabenteuer "Signale" (DDR/PL, 1970) oder der Dompteur der "Schwarzen Panther" (1966) - eine Aufgabe, bei der Schreiber sich mit der weltbekannten Dressurnummer Hanno Coldams als Raubtierbändiger präsentieren darf. Außer seiner schauspielerischen Arbeit moderiert der Künstler Kindersendungen, inszeniert Fernsehspiele, lässt seine klangvolle Stimme gelegentlich in Synchronisationen erklingen und ist vor allem schriftstellerisch aktiv, beteiligt sich an der Erarbeitung von Drehbüchern (z.B. zu "Spur des Falken"). Ballettwerke und Kinderbücher stammen ebenfalls aus seiner Feder. Seit Ende der 80er Jahre lebt Schreiber, der zeitweilig mit der polnischen Schauspielerin Zofia Slaboszowska (u.a. "Begegnung im Zwielicht", DDR/PL 1960; "Die Söhne der großen Bärin", 1966) verheiratet ist, zurückgezogen in der Bundesrepublik.

(Team Zutz - Quellen u.a.: Renate Seydel, Schauspieler; Filmschauspieler A-Z; Das große Lexikon der DDR-Stars)


Filmographie (Auswahl)

Jahr

Filmtitel

Rolle

1954

Stärker als die Nacht

Hackelbusch

1958

Das Lied der Matrosen

Hauptmann

1961

Ein Sommertag macht keine Liebe

Badegast

1961

Gewissen in Aufruhr (TV)

Mr. Frei

1963

For eyes only (Streng geheim)

Major Collins

1964

Mir nach, Canaillen!

Finanzminister

1964

Als Martin vierzehn war

Vater Mertens

1965

Chronik eines Mordes

Kapitän Liban

1965

Die Abenteuer des Werner Holt

Gefreiter Horbeck

1965

König Drosselbart

König Heinz Eduard

1965

Mörder auf Urlaub (DDR/YUG)

Jacques Jasseline

1966

Die Söhne der großen Bärin

Ben

1966

Spur der Steine

Martin Elbers

1966

Schwarze Panther

Dittrich, Dompteur

1966

Ohne Kampf kein Sieg (TV)

Werlin

1967

Chingachgook, die Große Schlange

Tom Hutter

1967

Brot und Rosen

Emil

1967

Turlis Abenteuer

Peitschenknall, Zirkusdirektor

1968

Spur des Falken

Sam Blake

1969

Weiße Wölfe (DDR/YUG)

Sam Blake

1970

Signale - Ein Weltraumabenteuer (DDR/PL)

Gaston

1971

Artur Becker (TV)

Stadtrat Schäfer

1971

Dornröschen

König

1971

Über ganz Spanien wolkenloser Himmel (TV)

Mr. Sniders

1972

Tecumseh

Oberst Procter

1976

Zur See (TV-Serie)

Chefinspektor Brauer

1978

Severino

Juan Cortinez

1979

Schneeweißchen und Rosenrot

Bertram

1980

Archiv des Todes (TV-Serie)

Oberst des Ersatzbataillons

1983

Der Scout (DDR/Mongolei)

Soames Parker

1984

Familie intakt (TV-Serie)

Walter Plonk

1985

Sachsens Glanz und Preußens Gloria - Aus dem
Siebenjährigen Krieg (TV)

Oberst Königsegg

1986

Der Bärenhäuter

Kasimir

1988

Der Geisterseher (TV)

Herr in Weiß

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