Strukturelle Veränderungen

Erste Umstrukturierungen der frisch gegründeten Aktiengesellschaft zeichneten sich bereits am 13.08.1946 ab, als die Entscheidung für eine Deutsche Film GmbH mit Sitz in Berlin SW 68, Krausestraße 38/39 fiel. Zu Gesellschaftern wurden Alfred Lindemann, Karl Hans Bergmann und Herbert Volkmann berufen. Das Stammkapital stellte die Zentrag, ein Betrieb der SED.

Seit 25.10.1946 standen der DEFA neben den Althoff-Ateliers auch die Studios der ehemaligen Tobis Filmkunst GmbH sowie der Tobis Syndikat GmbH zur Verfügung. Das frühere Babelsberger UfA-Gelände befand sich unter sowjetischer Kontrolle und war der DEFA vorerst nicht zugänglich. Im Rahmen der Reparationsleistungen war es der Sowjetunion auf der Potsdamer Konferenz zugesprochen worden und gehörte nun zum Kompetenzbereich der sowjetischen Aktiengesellschaft “Linsa”. Der erste DEFA-Film, der an diesem Standort gedreht wurde, hieß “1-2-3 Corona” (1948).

Wesentliche strukturelle Veränderungen bedeutete die Umwandlung in eine Sowjetische Aktiengesellschaft (SAG) am 11.11.1947, nachdem die Deutsche Film GmbH ihren juristischen Sitz im Juli des Jahres von Berlin nach Potsdam verlegt hatte. Zwischen den deutschen Gesellschaftern und Vertretern der Sowjetunion, die die Aktienmehrheit besaß, wurde ein Vertrag geschlossen. In einem Zusatz erklärten sich beide Partner bereit, einen Sonderausschuss des Zentralsekretariats der SED (die das Kapital der deutschen Aktionäre einbrachte) als internes Organ der DEFA zu akzeptieren, dem die Produktionsplanung sowie Rohschnitt und Endfassung der Filme vorgelegt werden mussten. Weiterhin verpflichteten sich die Aktionäre, sich als Treuhänder der SED an die Weisungen der Treugeberin zu halten und bei grundsätzlichen Fragen deren Entscheidung einzuholen. Personelle Festlegungen für leitende Gremien der DEFA traf man nur mit Einverständnis dieser von der SED gegründeten DEFA-Kommission.

Auf Beschluss des Zentralsekretariats der SED ersetzte man am 06.10.1948 die bisherigen Vorstandsmitglieder der DEFA durch Mitarbeiter des Parteiapparates. Die SED erwartete ein Filmprogramm gemäß der von ihr klar definierten gesellschaftlichen Aufgabenstellung der Künste.

Nach Gründung der DDR 1949 ging die DEFA schrittweise in deutsche Hände über. Im Juli 1950 übereignete die sowjetische Regierung die Ateliers und Studios an die Regierung der DDR. Anfangs unterstand die DEFA – als privatrechtliche Handelsgesellschaft – noch dem Ministerium für Leichtindustrie.

Am 01.10.1952 erfolgte eine Reorganisation der DEFA. Die Deutsche Film GmbH wurde aufgelöst und in eigenständige volkseigene Betriebe gesplittet. Neben dem DEFA-Studio für Spielfilme entstanden 1953 u.a. das DEFA-Studio für populärwissenschaftliche Filme und das DEFA-Studio für Wochenschau und Dokumentarfilme. Später kam noch das Studio für Animationsfilme in Dresden dazu. Außerdem gab es ein eigenes Studio für Synchronisation. In das Spielfilmstudio wurden die Ateliers in Potsdam-Babelsberg und Berlin-Johannisthal einbezogen. Zuerst dem Staatlichen Komitee für Filmwesen unterstellt, gehörte der VEB DEFA-Studio für Spielfilme ab 07.01.1954 zum neu geschaffenen Ministerium für Kultur, deren Hauptverwaltung Film in Zukunft die Filmplanung, Zulassung und Kontrolle der Spielpläne oblag.

Nach der Auflösung dieser Unterabteilung in Folge der Umstrukturierung des Ministeriums für Kultur am 01.07.1958 trat an ihre Stelle die Vereinigung Volkseigener Betriebe (VVB), welche sich mehr der ideologisch-künstlerischen und ökonomischen Leitung widmete. Aufgrund der verstärkten Orientierung zu einem “demokratischen Zentralismus” hin, bildeten sich ab 1959 bis 1961 Künstlerische Arbeitsgruppen (KAG) mit der Absicht, die Eigenverantwortung der Studios zu steigern. Die Namen solcher KAG lauteten: “Roter Kreis”, “Berlin”, “Heinrich Greif”, “Gruppe 60”, “konkret” oder “Solidarität”. Von August 1962 bis März 1990 übernahm wieder die Hauptverwaltung Film des Ministeriums für Kultur als übergeordnetes Organ die leitende Funktion.

Den Verleih aller nationalen Produktionen hatte seit dem 01.11.1948 der DEFA-Filmvertrieb übernommen. Am 01.08.1950 ging diese Aufgabe dann an die Progress Film-Vertrieb GmbH (ab 1955 VEB Progress Film-Vertrieb und ab 1974 Progress Film-Verleih als staatliche Kultureinrichtung).